Nachhaltige Mobilität beginnt im nutzungsgemischten Quartier

Die Mobilität von morgen wirft viele Fragen auf deren Antworten im Konsens aller gesellschaftlichen Gruppen erfolgen muss. Unstrittig ist, dass wir einen Wandel brauchen: Nur, wenn sich unsere Mobilität grundlegend ändert, können wir den Klimawandel stoppen und lebendige Städte schaffen, in denen die Bedürfnisse der Menschen und nicht die der Autos die Hauptrolle spielen. Unstrittig ist auch, dass der Immobilienwirtschaft bei der Bewältigung der hierfür anstehenden Herausforderungen eine entscheidende Rolle zuteilwird. Um einem überhöhten Verkehrsaufkommen Herr zu werden, gibt es viele wichtige Überlegungen und Maßnahmen – am besten ist es aber, Verkehr erst gar nicht aufkommen zu lassen.

Die Funktionstrennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit aufheben

Verkehrsvermeidung ist vor allem über den Quartiersansatz möglich: Er ist die Grundlage jeder Stadtplanung. Die Straßen in der Stadt sind überfüllt, mancherorts erstreckt sich die Rushhour über den ganzen Tag. Nutzungsgemischte Quartiere können hier Abhilfe schaffen. Die dringlichste Aufgabe wird es in Zukunft daher sein, die klassische Funktionstrennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit zu überwinden – so wie unser Unternehmensgründer Josef Schörghuber​​​​​​​ dies vor mehr als fünfzig Jahren mit seinem Stadt-in-der-Stadt-Konzept für den Arabellapark angelegt hat. Wenn Wohnquartiere eine gute Nahversorgung, Schulen, Coworking-Flächen, Erholungsflächen, kurzum, eine gesunde Nutzungsmischung bieten, wird es weniger nötig sein, das Auto zu nutzen. Kurze Wege minimieren die Transportleistungen von Menschen und Waren und führen darüber hinaus zu einer verbesserten Auslastung von umweltfreundlichen Infrastrukturangeboten. Vielleicht bedeutet moderne Mobilität in Zukunft mitunter auch weniger Mobilität.

Den öffentlichen Nahverkehr ausbauen

Auf jeden Fall wird sich das Wesen der Mobilität ändern, beispielsweise wird die Nahmobilität, also der Fuß- und Radverkehr, an Bedeutung gewinnen. 2017 ließ das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zum dritten Mal die Studie „Mobilität in Deutschland“ erstellen, die Anfang dieses Jahres für den MVV-Raum vorgestellt wurde. Sie besagt, dass die Münchner im Vergleich zu 2008 anteilig deutlich mehr Wege mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt haben. Auch wenn im vergangenen Jahr Corona das Verkehrsgeschehen in München stark beeinflusst hat und die sich dadurch ergebende nachhaltige Veränderungen im Mobilitätsverhalten abzuwarten bleibt, ist Münchens Mobilitätsreferent Georg Dunkel nur zuzustimmen, wenn er sagt: Die Ergebnisse zeigen erfreulicherweise, dass die Münchner in ihrem Alltagsverkehr immer mehr Wege mit dem Rad und den öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Als Bayerische Hausbau befürworten wir daher ausdrücklich den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs – er ist auch das Rückgrat einer funktionierenden Quartiersmobilität.

Nutzungsmischung trifft Mobilitätskonzepte

Urbanisierung und Mobilität müssen Hand in Hand gehen. Neben Digitalisierung wird Quartiersentwicklung künftig natürlich auch von innovativen Verkehrskonzepten bestimmt sein: Die Bayerische Hausbau wird beispielsweise bei der Quartiersentwicklung am Lerchenauer Feld ergänzend zu einer guten Nutzungsmischung zusammen mit unserem Joint-Venture-Partner ein umfangreiches Mobilitätskonzept umsetzen, das es uns erlaubt, die Kfz-Stellplätze und den Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf ein Maß zu reduzieren, das vor Kurzem nur in innerstädtischen Lagen denkbar war.

An der Stelle sei gesagt, dass eine gesunde Quartiersentwicklung natürlich sehr viel mehr als nur Mobilität beinhaltet: Auch übergreifende Energiekonzepte, ein soziales Miteinander und überhaupt der menschliche Maßstab im Städtebau lassen sich dadurch am besten verwirklichen. Im Zuge der andauernden Corona-Pandemie kommt zudem ein neuer Aspekt hinzu, der für eine nutzungsgemischte Quartiersentwicklung spricht: Weniger Bewegungen in einem Quartier würden auch Infektionsketten viel schneller zusammenbrechen lassen.

Gemeinsam für eine gesunde Mobilität von morgen

Die Entwicklung von Quartieren ist eine Herausforderung, die nur gemeinsam gemeistert werden kann: mit den Bürgern, der Politik, der Verwaltung, den Immobilienunternehmen. Die Bayerische Hausbau pflegt nicht nur einen intensiven Austausch mit allen relevanten Akteuren, wir initiieren auch dafür notwendige Plattformen. In unserem jährlichen Fachgespräch etwa widmen wir uns am 10. Juni der Frage: Isarflimmern statt Kammerflimmern – wie vermeidet München den Verkehrsinfarkt? Sie möchten digital dabei sein? Dann merken Sie sich jetzt den Termin vor.

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Über den Autor

Peter Müller
Geschäftsführer, Ressort Development

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