Lerchenauer Feld: beeindruckende Dimensionen

Baurechtschaffung im großen Stil: Auf dem 23 Hektar großen Lerchenauer Feld entsteht im Münchner Stadtteil Feldmoching ein neues Wohnquartier, an dem die Bayerische Hausbau als eine von drei Projektpartnerinnen beteiligt ist. Christine Kirchner und Maximilian Schnizer begleiten das Vorhaben im Projektteam.

Was macht das Projekt am Lerchenauer Feld so speziell?

Christine Kirchner: Projekte zur Baurechtschaffung dieser Größenordnung sind bei der Bayerischen Hausbau nicht ungewöhnlich. Neben dem Nockherberg-Projekt handelt es sich beim Lerchenauer Feld aktuell um die zweite große Quartiersentwicklung, wobei hier in Feldmoching die Fläche, die benötigte Infrastruktur und die Anzahl der Wohnungen noch ein Stück größer ausfallen als in der Au. Die Herausforderung ist also groß.

Wie sieht die Arbeit am Projekt aus?

Maximilian Schnizer: Sie ist komplex. Unser mittelfristiges Ziel ist die Erstellung eines Bebauungsplans für das Gelände, sodass nach dessen Verabschiedung durch den Münchner Stadtrat Baurecht besteht und die Projektpartner – die Wohn Park Lerchenauer Feld sowie die Landeshauptstadt – mit der Gebäudeplanung und -realisierung beginnen können. Basis des Bebauungsplans ist ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Amman Albers Stadtwerke, Zürich, mit BEM Landschaftsarchitekten/Stadtplaner, München.

Kirchner: Um einen Bebauungsplan dieser Größenordnung zu erarbeiten, sind natürlich viele Gutachten und Abstimmungsrunden nötig. Beispielsweise sollen ja nicht nur bis zu 1.600 Wohnungen auf dem Lerchenauer Feld entstehen, sondern auch ein Schulcampus mit Gymnasium, Grundschule und Sportstätten. Wir arbeiten eng mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung zusammen, sodass dieses dem Stadtrat Anfang 2023 den Bebauungsplan zur Satzung vorlegen kann.

Großprojekte sind nicht unumstritten, insbesondere in einem dörflich geprägten Viertel wie Feldmoching…

Schnizer: Dass es auf dieser zentralen, unbebauten Fläche unweit des alten Feldmochinger Dorfzentrums zu einer Entwicklung kommt, überrascht vor Ort niemanden. Schon in den neunziger Jahren gab es Vorschläge, auf dem Lerchenauer Feld Wohnungen zu errichten; diese Pläne hatten sich dann aber zerschlagen. Selbstverständlich spüren wir aber eine gewisse Skepsis bei den Bürgern in Anbetracht der Entwicklung. Aber wir haben von Anfang an versucht, mit Transparenz und der Möglichkeit zur Beteiligung diese Skepsis abzubauen.

Kirchner: Ohne Bürgerbeteiligung sind Projekte in dieser Größenordnung gar nicht möglich. Während des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs im Jahr 2019 haben wir beispielsweise drei Bürgerdialogveranstaltungen durchgeführt. Die Hinweise, die wir damals erhalten haben, waren wertvoll. Ich glaube, dass wir nun auf einem guten Weg sind, ein sehr lebenswertes und zeitgemäßes Quartier zu schaffen, das für Feldmoching und seine Bürger keine Belastung, sondern eine Bereicherung darstellt.

Quartiersentwicklung mit Bedacht

Die U-Bahn im Osten, der Feldmochinger Ortskern im Norden, im Westen Seen und im Süden die Münchner Innenstadt: Das Lerchenauer Feld zeichnet sich durch seine gute Lage aus. Auf der heute landwirtschaftlich genutzten, 23 Hektar großen Fläche soll in den kommenden Jahren ein neues Wohnquartier entstehen. Die zwei Grundbesitzer arbeiten zusammen, um das Lerchenauer Feld zu entwickeln: die Landeshauptstadt München sowie die Wohn Park Lerchenauer Feld GmbH & Co. KG, ein Joint Venture der Bayerischen Hausbau und der Concept Bau.

2019 wurde ein landschaftsplanerischer und städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, der Entwurf des Gewinners ist Basis für die künftige Entwicklung. Dieser Entwurf schafft eine gelungene Verbindung zwischen der dichten Münchner Innenstadt und dem dörflichen Charakter Feldmochings. Mit seinen geschwungenen Straßen, typischen Münchner Wohnhöfen und viel Grün entstehen spannende und lebenswerte Stadträume.

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