BIKINI BERLIN: preisgekrönte Architektur im Zentrum Berlins

Die Bayerische Hausbau übernahm 2003 das unter Denkmalschutz stehende „Zentrum am Zoo“ und entwickelte in der Berliner City West das Konzept eines lebendigen Einkaufs- und Stadtquartiers. Das mehrere Gebäude umfassende Projekt, eingerahmt von Bahnhof Zoo, Zoologischen Garten und einem Wahrzeichen Berlins, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, verbindet Shoppen, Entertainment, Gastronomie, Arbeiten und Übernachtung auf eine neue, innovative Weise.

Nach mehr als dreijähriger Bauzeit und Investitionen eines dreistelligen Millionenbetrages wurde das als BIKINI BERLIN bekannte, preisgekrönte architektonische Meisterwerk 2014 wiedereröffnet. Das 21.691 Quadratmeter große Grundstück im Zentrum des Berliner Stadtteils Charlottenburg gilt als Vorzeigeprojekt für eine erfolgreiche Sanierung eines zusammenhängenden und komplett unter Denkmalschutz stehenden Gebäudeensembles.

„Das BIKINI BERLIN ist ein touristischer Hotspot mit verschiedenen ikonischen Gebäuden“, sagt der leitende Architekt, Dionys Ottl, von Hild und K München Berlin über die traditionsreiche Häuser-Reihe in der Berliner City West. In der Stadt kenne jeder das Ensemble am Zoo. Und jeder könne eine eigene Geschichte darüber erzählen. Dionys Ottl selbst hatte als Schüler auf einer Klassenreise nach Berlin im Bikinihaus seine erste Levi’s Jeans gekauft. „59 D-Mark hat sie damals gekostet“, erinnert sich der heute 56-Jährige noch ganz genau.

BIKINI BERLIN: Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles

Der architektonische Masterplan für BIKINI BERLIN mit einer Geschossfläche von insgesamt knapp 90.000 Quadratmetern stammte vom belgischen Künstler Arne Quinze. Mit der Umsetzung wurden Hild und K beauftragt. „Wir haben Quinze neu interpretiert und dadurch realisier- und baubar gemacht“, sagt Dionys Ottl. Bei den umfangreichen Sanierungs- und Bauarbeiten mussten vor allem die Anforderungen an den Denkmalschutz berücksichtigt werden.

Das „Zentrum am Zoo“ wurde von den Architekten Paul Schwebes sowie Hans Schoszberger entworfen und in den Jahren 1955 bis 1957 gebaut. Die Investitionen stammten aus Wiederaufbaumitteln des Marshallplans und vom Schweizer Geschäftsmann Jacques Rosenstein. Damals entstand auf dem Areal mit bis zu 60 Firmen und 7.000 Näherinnen ein Zentrum der deutschen Textilindustrie. Seit 1997 steht das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz. „Wir wollten historische Dinge bewahren, um den ideellen Charakter der Gebäude zu erhalten“, charakterisiert Architekt Ottl das Nachhaltigkeitsziel des Projekts.

Zum BIKINI BERLIN gehören gleich mehrere denkmalgeschützte Häuser. Darunter ist das sogenannte „Große Hochhaus“, das die Berliner in Erinnerung an das einstige Café und Tanzlokal im ersten Stock Huthmacher-Haus nennen. Das Gebäude mit der übergroßen Giraffe an der Frontfassade, in dem bis in die sechziger Jahre große Textilfirmen ihren Sitz hatten, wird bis 2023 von der Bayerischen Hausbau teilsaniert. „Wir hatten im Huthmacher-Haus während der Arbeiten am BIKINI BERLIN im achten Stock zusammen mit der Bayerischen Hausbau ‚unsere Bauhütte‘“, sagt Dionys Ottl. Die Zusammenarbeit mit dem Bauherrn nennt der Architekt „hervorragend“. „Kurze Wege, schnelle Entscheidungen waren das Erfolgsrezept für dieses Großprojekt.“

Parkhaus-Neubau: Fassadenverkleidung aus recycelten Originalmaterialien

Während die Sanierungsarbeiten am Huthmacher-Haus noch andauern, sind die anderen Ensembleteile bereits fertiggestellt. Dazu zählen das Premieren-Kino Zoo Palast mit seinen insgesamt sieben Sälen und 1.598 Sitzplätzen, das im November 2013 mit zahlreichen Stars aus der Filmindustrie Wiedereröffnung feierte und auch Spielstätte der Berlinale ist. Zum Gesamtprojekt gehören auch das sogenannte „Kleine Hochhaus“, in dem sich heute das Boutique-Hotel 25hours BIKINI BERLIN befindet, sowie das Parkhaus am Elefantentor des Zoos mit insgesamt 223 Stellplätzen.

Bei der Fassadenverkleidung unter anderem des Parkhaus-Neubaus nutzten Hild und K ein mehrfarbiges Glasgranulat, das aus den Detopak-Glas-Brüstungen des Bikinihauses gewonnen wurde. Die Splitter aus den recycelten Originalmaterialien glitzern in der Sonne und verschönern so die Fassaden. Das 25hours Hotel mit seinen 149 Zimmern wurde dagegen um ein Laternengeschoss aufgestockt. Hier haben Gäste in der Bar und Restaurant einen einzigartigen Blick über Zoo, Stadt und den benachbarten Tiergarten.  

BIKINI BERLIN: Concept Shopping Mall als Kernstück des Gebäude-Ensembles

Namensgeber des Gesamtkomplexes ist das langestreckte, fast 200 Meter lange und sechs Stockwerke hohe Bikinihaus entlang der Budapester Straße. Es ist der architektonische Mittelpunkt des Gebäude-Ensembles. „Bei den Projektarbeiten auf der Baustelle haben wir täglich zu Fuß mehrere Kilometer zurückgelegt“, erinnert sich Architekt Ottl an die Größe der Aufgabe. Seinen Namen verdankt das Bikinihaus dem offenen Ganggeschoss zwischen den oberen und unteren Etagen. Diese Konstruktion erinnerte die Berliner an die bekannte Bademode. Für die Grundsanierung wurde das Bikinihaus vollständig entkernt und bis auf das blanke Betontragwerk rückgebaut. Das „offene Geschoss“ ist verglast und weiterhin sichtbar.

Heute beherbergt das Bikinihaus das Kernstück des gesamten Komplexes: die weltweit erste Concept Shopping Mall. Im Gegensatz zu herkömmlichen Einkaufszentren mit Läden bekannter Modeketten steht BIKINI BERLIN für eine Kompilation von ausgewählten und als Ganzes aufeinander abgestimmte Boutiquen, Concept- und Flagship-Stores. Das Einkaufen in einer lichtdurchfluteten Architektur mit großen Glaswänden und mit Blick auf den Affenhügel im Berliner Zoo wird so zu einem naturnahen Erlebnis inmitten der Großstadt. Etwa 60 Geschäfte umfasst die Mall, dazu kommen weitere Flächen für „temporäre“ Shops, die alle paar Monate wechseln, die sogenannten Pop-Up Boxes.

Die sogenannten Pop-Up Boxen dienen als zusätzliche Flächen für temporäre Shops.

Auszeichnung: Bayerische Hausbau erhält Nachhaltigkeits-Zertifikat für das Bikinihaus

Ein weiteres Highlight des Bikinihauses ist die 7.000 Quadratmeter große, frei zugängliche und begrünte Dachterrasse. Vom Shopping Garden haben Besucher einen weiteren Blick auf den Berliner Zoo. Die Dachterrasse wurde nach dem Vorbild der berühmten High-Line in New York gestaltet. Das dritte bis sechste Obergeschoss bieten Unternehmen Büroflächen mit Sicht auf ein Berliner Wahrzeichen, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, und den Tiergarten. Im Obergeschoss des Bikinihauses erwartet Besucher und Büromieter zusätzlich ein Foodmarket mit mehr als einem Dutzend internationaler Cafés und Restaurants.

Für die Arbeiten am Bikinihaus wurde die Bayerische Hausbau im Jahr 2011 mit dem amerikanischen Gütesiegel LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) in Gold ausgezeichnet. Das international renommierte Zertifikat im Bereich nachhaltiger Baumaßnahmen würdigte unter anderem den außergewöhnlich sensiblen Umbau des Bikinihauses, die hohen energetischen Standards, die gute räumliche Einbindung in die vorhandene Infrastruktur, Dachbegrünungen sowie die Wiederverwendung von vorhandener Bausubstanz.

Über den Autor

Sabine Hagn
Pressesprecherin

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