Ehemalige Esso-Häuser: Städtebaulicher Wettbewerb entschieden

Das Preisgericht hat in seiner Sitzung einvernehmlich für den Entwurf der Büros NL Architects, Amsterdam und BeL Sozietät für Architektur votiert.

Auf dem Areal der ehemaligen Esso-Häuser soll ein neues, zukunftweisendes Stück St. Pauli entstehen; mit einem ortstypischen Mix aus Wohnen, Gewerbe sowie Kreativ-bzw. Stadtteilnutzung. Vorab hat unter Federführung der PlanBude ein einzigartig intensiver Beteiligungsprozess mit den Bürgerinnen und Bürgern St. Paulis stattgefunden. Die Ergebnisse aus diesem Verfahren - kurz der St. Pauli-Code - waren wiederum Grundlage für den jetzt entschiedenen Wettbewerb zur vollständigen städtebaulichen Überplanung des Bereiches mit einer Grundstücksfläche von etwa 6.189 m².

Insgesamt neun international renommierte Architekturbüros haben sich daran beteiligt, den St. Pauli-Code – also wie lässt sich in einem Neubau das fortsetzen, was St. Pauli speziell macht - bestmöglich umzusetzen. Nun steht der Sieger des Planungswettbewerbs fest.

Das Preisgericht hat in seiner Sitzung einvernehmlich für den Entwurf der Büros NL Architects, Amsterdam und BeL Sozietät für Architektur, Köln votiert. In der Begründung der Jury heißt es dazu u. a.:

Dieser Verfahrensbeitrag biete als städtebauliche Grundordnung das Auflösen des Grundstücks in eine Blockrand- und Zeilenbebauung mit einer Durchwegung in Nord- Südrichtung als Quartiersgasse an. Dadurch entstehe eine eindeutige Zuordnung der öffentlichen Flächen. Die Gasse werde konsequent zum barrierefreien öffentlichen Raum, der Innenhof zum privaten Grünhof.

Sowohl Zeilenbebauung als auch Blockrand würden maßstäblich im Sinne des St. Pauli Codes in einzelne Gebäudevolumen aufgelöst und führten dadurch einen Dialog mit der umgebenden Bestandsstruktur.

Die Arbeit biete eine abwechslungsreiche Höhenentwicklung, die die Silhouette am Spielbudenplatz maßstäblich, aber spannungsvoll ergänze. Für alle Dachflächen werde eine Bespielung mit unterschiedlichen Nutzungen – teilweise auch für die Öffentlichkeit zugänglich – angeboten und somit eine wesentliche Auslobungsvorgabe erfüllt.

Aufgrund der städtebaulichen Entschlossenheit und zugleich treffenden Interpretation der Auslobung habe sich das Gremium für den 1. Rang im Verfahren entschieden.

„Aus einer Reihe fantasievoller, beeindruckender Entwürfe konnten wir einen klaren Sieger küren, der sowohl den St. Pauli Code umsetzt als auch unsere Ansprüche an die Wirtschaftlichkeit der Neubebauung erfüllt. Das einmütige Ergebnis ist das Resultat eines von allen Beteiligten mit großer Ernsthaftigkeit und Leidenschaft geführten Prozesses", sagt Bernhard Taubenberger, Geschäftsführer der Projektgesellschaft der Bayerischen Hausbau.

„Wir haben mit dem Siegerentwurf eine ideale Grundlage für den weiteren Planungsprozess gefunden. So können wir ein neues Stück St. Pauli bauen, das fast so wirkt, als sei es schon immer da gewesen. Ich bin sehr froh, dass nach dem Beteiligungsverfahren und der Wettbewerbsauslobung jetzt auch die Entscheidung für den Siegerentwurf von allen Beteiligten gemeinsam getragen wird. Bezirk, Bauherr, Politik und Stadtteilvertreter arbeiten weiter gemeinsam an einer guten Entwicklung St. Paulis und das ist gerade bei einem zuvor so umstrittenen Projekt von unschätzbarem Wert“, so Bezirksamtsleiter Andy Grote.

Alle Entwürfe können vom 25. September bis 04. Oktober 2015 im Hamburg Museum (Kleiner Hörsaal), Holstenwall 24, in einer Sonderausstellung besichtigt werden. Darüber hinaus werden die Wettbewerbsbeiträge am Bauzaun des Geländes durch PlanBude dokumentiert. Eine Vorstellung des Siegerentwurfs und des weiteren Verfahrens im Stadtteil wird es ebenfalls geben.

Im Anschluss an das vorliegende städtebauliche Gutachterverfahren wird ein hochbaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt sowie  ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet. Für die Teilnahme an dem hochbaulichen Verfahren werden bis zu fünf Teilnehmer auf Grundlage der Arbeitsergebnisse des städtebaulichen Verfahrens ausgewählt.

 

Anhang:

Teilnehmende Büros

1. Bieling Architekten, Hamburg/Kassel
2. blauraum Architekten GmbH, Hamburg
3. coido architects, Hamburg
4. EPR Architects, London
5. feld72 Architekten ZT GmbH, Wien
6. Hild + K Architekten, München
7. ifau und Jesko Fezer, Berlin
8. LACATON & VASSAL ARCHITECTES, Paris
9. NL Architects, Amsterdam und BeL Sozietät für Architektur, Köln

 

Jurymitglieder

Prof. Jörn Walter, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), Oberbaudirektor
Andy Grote, Bezirksamtsleiter Hamburg Mitte
Bodo Hafke, Bezirksamt Hamburg-Mitte, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt
Michael Mathe, Bezirksamt Hamburg-Mitte, Leiter Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung
Dr. Jürgen Büllesbach, Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG
Bernhard Taubenberger, Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG
Ingrid Dreer, Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG, Architektin
Richard Adam, Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG, Architekt
Prof. Christiane Thalgott, Architektin und Stadtplanerin, Stadtbaurätin a.D. München
Karin Loosen, Architektin und Stadtplanerin, LRW Architekten und Stadtplaner, Hamburg
Werner Frosch, Architekt, Henning Larsen Architects, München
Prof. Klaus Overmeyer, Landschaftsarchitekt, Urban Catalyst, Berlin
Carl Philipp Schoepe, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg, SPD-Fraktion
Dr. Michael W. Osterburg, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg, DIE GRÜNEN-Fraktion
Jens-Thomas Kleinikauf, Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg, CDU-Fraktion
Christiane Hollander, Vertreterin Bürger/Anwohnerin
Prof. Dr. Sabine Stövesand, Vertreterin Bürger/Anwohnerin

 

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