Bayerische Hausbau

Fachgespräch

Seit 2014 führt die Bayerische Hausbau ein jährliches Fachgespräch durch, bei dem sich hochkarätige Teilnehmer aus der Bau- und Immobilienbranche über ein aktuelles Thema der Stadtentwicklung austauschen.

Fachgespräch 2021

"Isarflimmern statt Kammerflimmern wie vermeidet München den Verkehrsinfarkt?"

Das achte Fachgespräch der Bayerischen Hausbau fand am 10. Juni 2021 in München statt. Das Gespräch widmete sich der Frage, wie sich Wohnungsbau und Verkehr in einer boomenden Stadt wie München in Einklang bringen lassen. Key-Note-Speaker des Fachgesprächs war Dr. Ingo Kucz (White Octopus). Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Julian Petrin (urbanista).

 

Podium 2021

Wirf freuen uns, auf dem diesjährigen Podium mit folgenden Teilnehmern zu diskutieren.

Prof. Dr.-Ing. Klaus Bogenberger

Professor für Verkehrstechnik an der Technischen Universität München

Prof. Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk

Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München

Peter Müller

Geschäftsführer der Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG

Prof. Dr. Julian Petrin

Geschäftsführer der urbanista GmbH & Co. KG

Ingo Wortmann

Geschäftsführer Mobilität der Stadtwerke München GmbH

Dr. Ingo Kucz

Geschäftsführer der Strategie- und Designberatung White Octopus GmbH

Fachgespräch 2019

Der emanzipierte Bürger – Gestaltungskraft oder Verhinderungsmacht?

Am 4. Juni 2019 fand im Münchner Literaturhaus das siebte Fachgespräch der Bayerischen Hausbau statt. Unter dem Titel „Der emanzipierte Bürger – Gestaltungskraft oder Verhinderungsmacht?“ diskutierten Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk, Dr. Julian Petrin, Peter Zoderer und Dr. Hermann Brandstetter unter der Moderation von Dr. Manfred Probst über die Quartiersentwicklungen in St. Pauli und am Nockherberg sowie über mögliche neue Formen bürgerlicher Beteiligung.

Eindrücke der Veranstaltung

Mehr zum Thema „Bürgerbeteiligung"

Alle Infos zum Thema „Bürgerbeteiligung" gibt es hier:

Architektur und Digitalisierung

Ist die Architektur ein zentraler Aspekt der Smart-City-Debatte? Wie präsent ist wiederum die digitale Transformation in der Arbeit der Architekten? Wir sprachen mit Bianca Nitsch, Mitgründerin des Planungsbüros SBA in Stuttgart und Schanghai, über die wechselseitige Beziehung von Technik und Gestaltung.

Ihr Büro beschäftigt sich mit Architektur und Stadtplanung: Welche Rolle spielen Smart-City-Konzepte in Ihrer Arbeit?

Wenn man über das Thema „Smart City“ spricht, ist ganz grundsätzlich zu berücksichtigen, dass es keine allgemein anerkannte Definition einer Smart City gibt. Derzeit beantwortet jeder Akteur für sich, was er unter dem Begriff versteht und welche Aspekte in der Zukunft wichtig werden. Eine Smart City ist für uns eine Stadt, die eine Handlungsstrategie entwickelt hat, um Errungenschaften der fortschreitenden Digitalisierung bestmöglich für eine höhere Lebensqualität einzusetzen. Architekturbüros fällt es in der Regel schwer, ein Budget für Forschungsprojekte zu erwirtschaften. Innovative Ansätze werden direkt am konkreten Projekt oder im Zuge von Wettbewerben entwickelt. Mein Eindruck ist, dass die Thematik bei den heutigen Realisierungsprojekten in den meisten Architektur- und Stadtplanungsbüros noch eine untergeordnete Rolle spielt. Wir haben unter anderem „Smart Stations“ und einen „Low Carbon District“ entworfen. Im Moment arbeiten wir an einer städtebaulichen Studie für einen Forschungscampus in Deutschland. Das Ziel ist ein Entwicklungskonzept, das es den Wissenschaftlern ermöglicht, die Bereiche Digitalisierung im Bauwesen, modulares Bauen sowie energieeffiziente und -autarke Stadtquartiere zu erforschen und die Forschungsergebnisse auch direkt auf dem Campus anzuwenden.

Warum geht es im Kontext von Smart City so viel um Technologien und so wenig um Gestaltung?

Das liegt vor allem daran, dass die Debatten meist von der Industrie angestoßen werden. Dabei geht es natürlich um die Platzierung von Produkten und Technologien. Städte sind bei neuen Themen eher zögerlich, zum einen aus finanziellen, zum anderen aber auch aus personellen Gründen. Und die Planer können eben meist nur das leisten, wofür sie beauftragt sind. Eine Designsprache, die aus einer strukturellen Veränderung unserer Lebensweise heraus entsteht, ist sehr viel umfassender und in der Entstehung weniger greifbar als ein schon relativ konkretes einzelnes Produkt.

Wie verändern sich Architektur und Stadtplanung durch die Digitalisierung?

Die Planungs- und Realisierungsprozesse verändern sich. Wer wann, wie und wo dabei ist, muss neu definiert werden. Die bessere Vernetzung verschiedener Fachbereiche ermöglicht neue Methoden, wodurch die Realisierung noch vorausschaubarer und kontrollierbarer werden kann. Ich denke dabei an Software zur Kollisionsprüfung, Simulationen wie beispielsweise des zu erwartenden Raumklimas oder Datenräume, in denen alle relevanten Projektdaten den Beteiligten stets in Echtzeit zur Verfügung stehen. Was gleich bleiben wird: Wir planen für den Nutzer. Unsere Architektur und Stadtplanung wird sich mit dem Nutzerverhalten und -bedarf weiterentwickeln.

Gibt es hier auch wirkliche strukturelle Veränderungen im Leben, Wohnen und Arbeiten der Menschen?

Bei allen Entwicklungen, die sicherlich strukturelle Veränderungen ergeben werden, muss weiterhin immer die Lebensqualität im Mittelpunkt stehen. Ein Beispiel für ein positives Zukunftsszenario wäre für mich, wenn es uns durch die Digitalisierung gelingt, die tägliche Arbeitszeit zu reduzieren und sie viel flexibler zu gestalten, so dass jeder mehr Zeit z.B. für die Pflege von Angehörigen aufbringen kann. Das Wohnen mit einem Pflegeroboter kann in der Zukunft Angehörige zudem entlasten, aber niemals ersetzen.

Wie kann man stadtplanerisch die einzelnen Innovationen harmonisieren und koordinieren?

Die verschiedenen innovativen Ansätze sind wie Module. Viele funktionieren schon, wenn sie in einem Gebäude oder Stadtteil eingesetzt werden. Andere machen nur Sinn, wenn das gesamte Stadtgebiet und die Region mit einbezogen werden. Ebenso funktionieren manche als einzelnes Element und andere können auf keinen Fall allein stehen. In welchem städtischen Maßstab eine Innovation wirken kann, muss sehr genau beurteilt werden. Vielleicht brauchen wir zukünftig für Quartiere eine übergeordnete verantwortliche Stelle, die die verschiedenen Module koordiniert und für die Abstimmung mit anderen Stadtbereichen zuständig ist. Hilfreich im Arbeitsalltag wäre sicherlich auch ein detailliertes und intelligentes 3D-Stadtmodell. Nicht nur um Innovationen zu untersuchen, sondern auch um alle Planungen besser zu überprüfen und zu koordinieren. Ein solches 3D-Stadtmodell bietet auch Möglichkeiten um die Bürger verständlich zu informieren und mitzunehmen.

Was würden Sie im Kontext von Smart City oder Smart Building sehr gern realisieren, konnten es bisher jedoch nie?

Bisher haben wir uns mit der Gestaltung von smarten Mobilitätsstationen beschäftigt. Darüber hinaus würde ich gerne eine Stadtmöblierung entwerfen, die es den Schaffenden der Kreativwirtschaft oder Start-ups ermöglicht, im öffentlichen Raum, auf Plätzen oder in Parks, zu arbeiten, zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln. Beispielsweise Tischtennisplatten, die zu einem interaktiven Whiteboard umgeklappt werden können. Städte beziehen uns Stadtplaner noch zu wenig in die Entwicklung eines digitalen Leitbilds mit ein.

Verglichen mit anderen deutschen Städten: Inwiefern ist München eine Smart City? Wo besteht eventuell Nachholbedarf?

Was die städtebauliche Qualität betrifft, hat München schon immer Maßstäbe für andere Städte gesetzt. Auch beim Thema „Smart City“ ist München dabei, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Viele Städte sind gegenwärtig auf der Suche nach der individuell richtigen Antwort auf die Digitalisierung. Auf dieser Suche hat München jedoch bisher die Weichen richtig gestellt. Die Beteiligung am EU-Projekt Smarter Together wird interessante Lösungen aufzeigen. Innovative Mobilitätskonzepte, die sich positiv auf das gesamte Stadtgebiet und insbesondere auf die Innenstadt auswirken, wären aus heutiger Sicht besonders wünschenswert.

Zur Person

Bianca Nitsch Architektin und Stadtplanerin, Geschäftsführende Gesellschafterin SBA Städtebau und Architektur

Bianca Nitsch gründete 2002 gemeinsam mit Dr. Hong Li das Planungsbüro SBA in Stuttgart und Schanghai. Seit der Übernahme des Architekturbüros Mann+Partner durch SBA im Jahr 2010 ist sie für den Standort München verantwortlich. Heute zählen zu ihrem interdisziplinären Team aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten 80 Mitarbeiter. Die Planungskompetenz des Büros umfasst neben der innovativen Stadtplanung und der Stadtgestaltung insbesondere die Planung von Büro- und Wohngebäuden. Zudem werden derzeit bei SBA Schulgebäude und Kindertagesstätten sowie Sozial und Pflegebauten geplant und realisiert.

Über den Autor

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Nachlese: die Broschüre zum Fachgespräch

Fachgespräch 2018

Wiedergeburt der Stadt? Neue Urbanität für München!

Am 16. Mai 2018 fand in der Alten Bayerischen Staatsbank in der Kardinal-Faulhaber-Straße 1 in München das sechste Fachgespräch der Bayerischen Hausbau statt. Unter dem Titel „Wiedergeburt der Stadt? Neue Urbanität für München!“ diskutierten Dr. Jürgen Büllesbach, Prof. Sophie Wolfrum, Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk und Michael Ziller unter der Moderation von Dr. Manfred Probst über soziale Vielfalt, lebendige Fassaden und Wege zu mehr Wohnraum.

Eindrücke der Veranstaltung

Mehr zum Thema „Neue Urbanität

Alle Infos zum Thema „Neue Urbanität" gibt es hier:

Nachlese: die Broschüre zum Fachgespräch

Fachgespräch 2017

Smart New City? Stadtentwicklung im Zeichen der Digitalisierung

Am 24. April 2017 fand in der ehemaligen Bayerischen Staatsbank in der Kardinal-Faulhaber-Straße 1 in München das fünfte Fachgespräch der Bayerischen Hausbau statt. Unter dem Titel „Smart New City? Stadtentwicklung im Zeichen der Digitalisierung“ diskutierten Dr. Bernd Bienzeisler, Dr. Jürgen Büllesbach, Felix Harteneck und Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk unter der Moderation von Dr. Manfred Probst über die Zukunftsfähigkeit Münchens.

Eindrücke der Veranstaltung

Mehr zum Thema „Smart New City"

Alle Infos zum Thema „Smart New City" gibt es hier:

Nachlese: die Broschüre zum Fachgespräch

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